Netzwerk Kritische Kommunikationswissenschaft

1. Tagung des Netzwerkes Kritische Kommunikationswissenschaft

Teilnehmer der Tagung am 30.11./1.12.2017 sind u.a. Prof. Michael Meyen (Ludwig-Maximilians-Universität München), Prof em. Manfred Knoche (Universität Salzburg, Österreich, tbc.), Prof. Christian Fuchs (WIAS, CAMRI, University of Westminster London, UK, tbc.), Prof. Tanja Thomas (Universität Tübingen, tbc.).

Die Notwendigkeit „Kritischer Kommunikationswissenschaft“ liegt in der Realität des Mediensystems begründet (Kommodifizierung, Ideologisierung, Arbeitsbedingungen, etc.). Kritische Kommunikationswissenschaft findet aufgrund der jahrzehntelangen Marginalisierung im deutschsprachigen Raum zurzeit eher in benachbarten Disziplinen sowie international statt. Nicht zuletzt für Wissenschaftler_innen in der Qualifizierungsphase und Studierende ergibt sich daraus die Notwendigkeit eines eigenen Netzwerks. Kritische Perspektiven innerhalb der medien- und kommunikationswissenschaftlichen Forschung zu fördern, geht einher mit Kritik an der derzeitigen Verfasstheit dieser Wissenschaften.

Unter kritischer Kommunikationswissenschaft verstehen wir zunächst Forschung mit einem Bezug zu Gesellschaftstheorie und Kapitalismusanalyse, mit einem Fokus auf Herrschaftsformen und Machtungleichgewichte, mit einem Verständnis von der historischen Gewordenheit gesellschaftlicher Verhältnisse und mit der Perspektive auf deren Transformation. Daraus ergibt sich ein Praxisbezug im Sinne einer engagierten Wissenschaft und Lehre. Die so verstandene kritische Kommunikationswissenschaft umfasst verschiedene Theorietraditionen und ist geeignet die disziplinäre Spaltung zwischen Kommunikations- und Medienwissenschaft zu überwinden.

Auf der Gründungs-Tagung des Netzwerkes Kritische Kommunikationswissenschaft sollen drei Fragekomplexe diskutiert werden:

(I) Fundament und Geschichte

  • Welche Traditionen, Ansätze, Konzepte, Ideen zu einer kritischen Kommunikations- und Medienwissenschaft gab/gibt es im deutschsprachigen Raum?
  • Wie haben sich diese Positionen entwickelt?
  • An was davon lässt sich heute sinnvoll anknüpfen?

(II) Gegenwart

  • Welche aktuellen Traditionen, Ansätze, Konzepte, Ideen zu einer kritischen Medien- und Kommunikationswissenschaft gibt es heute?
  • Was sind die Stärken und Schwächen einzelner Ansätze? Wo bestehen ggf. Forschungslücken?
  • Was zeichnet eine kritische Medien- und Kommunikationswissenschaft im Vergleich zu anderen Ansätzen aus? Was sind ihre normativen Grundannahmen?
  • Welche Institutionalisierungserfolge und -probleme sind (international) erkennbar?

(III) Zukunft

  • Was sind die inhaltlichen Aufgaben und Perspektiven eines Netzwerkes für Kritische Kommunikationswissenschaft?
  • Was sind die organisatorischen Aufgaben und Perspektiven eines Netzwerkes für Kritische Kommunikationswissenschaft?

Der Workshop wird diskursiv und kollaborativ gestaltet sein, dabei wollen wir ausdrücklich auf diejenigen einladen, die sich für „kritische Medien- und Kommunikationswissenschaft“ interessieren, aber noch keine ausgewiesenen „Experten“ sind. Neben Key-Note-Vorträgen und -Diskussionen, wird es Raum für (vorbereitete) Impulse, spontane Beteiligungen, Arbeitsgruppen, sowie im Vorfeld einen Reader zur Veranstaltung geben.

Um Anmeldung zur Tagung wird bis 15.11.2017 an kerem.schamberger(at)ifkw.lmu(dot)de gebeten. Bitte beschreiben Sie in Ihrer Anmeldungsmail in max. zwei Sätzen kurz Ihre Erwartungen an die Tagung und/oder das Netzwerk.

Für Informationen und Diskussionen des Netzwerk Kritische Kommunikationswissenschaft, sowie zum Workshop haben wir einen Mailverteiler eingerichtet, der mit einer leeren Mail an krikowi-subscribe(at)lists.riseup(dot)net abonniert werden kann.