Neues für die Werkzeugkiste?!

Eine Werkstatt für junge Wissenschaftler*innen rund um Methode und Methodologie in der sozialwissenschaftlichen Kindheitsforschung

Veranstalter*innen: Dipl.-Soz. Laura B. Kayser, Nicoletta Eunicke (M.A. Soziologie), Irene Leser (M.A.Erziehungswissenschaften) + Britta Schäfer (M.A.Europäische Ethnologie)

Worum soll es gehen?

Die aktuelle „Werkzeugkiste der Kindheitsforscherinnen und –forscher“ (Lange/Mierendorff 2009) umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden, deren Anwendbarkeit für die Forschung mit Kindern durchaus kontrovers diskutiert werden. Sie reichen von mehr oder weniger strukturierten Interviews über (ethnographische) Beobachtungen, quantitative Befragungen, partizipativen Instrumenten und Ansätzen wie demmosaic approach. Dazu wurden in den letzten Jahren neuere Möglichkeitenentwickelt, die aus neuen Medien und technischen Artefakten (WWWeb, Smartphones, GPS etc.) entstehen.Kindheitsforschung ist gleichzeitig nicht nur Forschung mitKindern, in der die Perspektiven, Sichtweisen und Erfahrungen von Kindern erhoben werden. Vielmehr befasst sie sich auch mit der Erforschung von ‚Kindheit‘ als einer sozialen Konstruktion und einem Strukturierungsmerkmal von Gesellschaft, so dass das Methodenrepertoire der Kindheitsforschung bspw.auch diskursanalytische Ansätze umfasst.

Während einige Methoden (insbesondere qualitativen Ansätzen) ein besonderes Potential beigemessen wird, gibt es bereits seit Langem die Diskussion darüber, ob und wie ‚etablierte‘, bisher erwachsenenzentrierte Methoden verwendet oder vielleicht angepasst werden müssen, wenn mit und über Kindern geforscht wird – eine Diskussion, die durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Methoden, die wie das biographisch-narrative Interview per se als ‚ungeeignet‘ für v.a. jüngere Kinder gelten, sind alleine im Kontext einer altershegemonialen Methodendiskussion einen Blick wert. Vor dem Hintergrund der (internationalen) Debatten ließe sich auch fragen, ob partizipative und ethnographische Methoden tatsächlich der Königsweg in der Erforschung von Kindern und Kindheit sind, wie es international teilweise verhandelt wird? Wie können, neben der Beobachtung, auch jüngere Kinder beforscht werden? Inwiefern sind intersektionale Ansätze notwendig oder geboten, um einen adäquaten Blick auf Kinder und Kindheitzu werfen? Nicht zuletzt steht die Frage, inwiefern Methoden für Kinder angepasst werden ‚müssen‘ oder ‘können‘, wo die Herausforderungen in Bezug auf Forschungsmethoden in der Kindheitsforschungliegen, wo ihre Potentiale? Aber nicht nur Methoden, auch in Hinblick auf die ‚hinter‘ der Kindheitsforschung und den genutzten Methoden stehenden methodologischen Überlegungen gibt es eine Reihe ungeklärter Fragen, die sich aus der Anwendung und ggf. Kombination ‚etablierter‘ Methoden in der Kindheitsforschung ergeben könnten (Stichwort ‚Perspektive von Kindern‘; Erzähltheorien; Auswertungsmethoden etc.).

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