Niklas Luhmann am Obertverwaltungsgericht Lüneburg

Mit Vorträgen von Elena Esposito, Rudolf Stichweh, Maren Lehmann, André Kieserling und vielen mehr

Seine Karriere als Verwaltungsjurist und Organisationssoziologe begann Niklas Luhmann Mitte der fünfziger Jahre am damaligen Oberverwaltungsgericht Lüneburg. Luhmanns ein Jahrzehnt später in kurzer Abfolge aufeinander entstandenen  Dissertations- und Habilitationsschriften sind von konkreten Beobachtungen des Organisationsalltags geprägt, die er allem Anschein nach als Assistent des damaligen Präsidenten des Gerichts am Alltag einer Verwaltungsorganisation gemacht hat. Damit haben grundlegende Einsichten und Begriffe seiner später abstrakt ausgearbeiteten allgemeinen Systemtheorie des Sozialen offenbar dort ihren Anfang genommen, und diese Anfänge sind in seinen frühen Schriften noch deutlich sichtbar. Niklas Luhmanns Zeit am VG Lüneburg ist demzufolge empirisch sowie theorie- und begriffshistorisch maßgeblich für die Entwicklung eines der großen sozialwissenschaftlichen Theoriegebäudes des 20. Jahrhundert.

Es ist deshalb sehr reizvoll, zu Ehren des großen Sohnes der Stadt Lüneburg und anlässlich seines neunzigsten Geburtstages eine wissenschaftliche Tagung am Ort des damaligen Geschehens, also dem jetzigen Oberverwaltungsgericht Lüneburg an der Uelzener Straße, zu veranstalten. Das Tagungsthema sind die erwähnten Begriffsursprünge in ihrem lokalen Kontext, also die Genese des Systemtheorie aus dem konkreten Verwaltungshandeln eines Gerichts.

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