Offene Tagung der DGS-Sektion Politische Soziologie

Die politische Soziologie ist vielfältig und setzt sich empirisch mit unterschiedlichsten Phänomenen auseinander. Die hohe Diversität der Forschung resultiert einerseits aus der Komplexität des Gegenstandsbereichs. Andererseits beruht sie darauf, dass innerhalb der Disziplin die Meinungen weit auseinandergehen, was unter politischer Soziologie genau zu verstehen sei. So wird die politische Soziologie entweder als „praxisbezogene Demokratiewissenschaft“ (Kißler 2007: 15) bestimmt, oder als dasjenige Teilgebiet der Soziologie, das sich mit sozialen Handlungen beschäftigt, die versuchen, „Entscheidungen, Entscheidungsprozesse und Institutionen zu beeinflussen und zu kontrollieren“ (von Trotha 2006: 283), oder als Bindestrichsoziologie, welche die Entstehung und Reproduktion sozialer Ungleichheit untersucht (Kreckel 2004). Diese Aufzählung ist keineswegs erschöpfend. Sie illustriert aber die große Brandbreite unterschiedlicher Grundverständnisse hinter dem, was politische Soziologinnen tun.

Auf der geplanten offenen Tagung der DGS‐Sektion Politische Soziologie geht es nicht primär um eine Grundsatzdebatte über die Ausrichtung und den Sinn der politischen Soziologie. Wir sind vielmehr daran interessiert, die große Bandbreite aktueller Forschungsarbeiten im Bereich der politischen Soziologie zusammenzuführen und miteinander in einen Dialog zu bringen. Die unterschiedlichen Verständnisse von politischer Soziologie können dabei einerseits als „roter Faden“ für eine anregende Diskussion über die Beiträge dienen, andererseits können davon auch Impulse für die Selbstreflexion der Disziplin ausgehen. Dabei sind junge Nachwuchsforscherinnen ebenso herzlich willkommen wie etablierte Mitglieder unseres Faches.

Tagungsorganisatoren:
Prof. Dr. Thomas Kern
Dr. Thomas Laux