Politische Ökonomie des Populismus in Europa – Herausforderungen für Demokratie und Wohlfahrtsstaaten

Jahrestagung der Sektion „Politische Ökonomie“ der DVPW

In fast allen Gesellschaften Europas befinden sich populistische Parteien und Bewegungen im Aufschwung. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Krisendynamiken zunächst vor allem der Eurokrise, dann der Krise des europäischen Migrationsregimes ist in der wissenschaftlichen Diskussion inzwischen von einer neuen Welle des Populismus die Rede. Nicht selten profilieren sich populistische Formationen durch eine scharfe Kritik der Europäischen Union und der diese gestaltenden ökonomischen und politischen Eliten. In einigen Ländern sind sie über das Stadium des Protests gegen das Establishment aber bereits hinaus gelangt und zuweilen in führender Rolle an den Regierungen beteiligt.
Die DVPW Sektion "Politische Ökonomie" will sich auf ihrer Jahrestagung 2017 mit den Ursachen, Erscheinungsformen und Implikationen des Populismus auseinandersetzen. Auf der Tagung sollen unter anderem folgende Punkte diskutiert werden: Inwiefern adressieren die populistischen Parteien mit den von ihnen angebotenen Programmen die Bedürfnisse, Interessen und Präferenzen der Wählerinnen und Wähler (Nachfrage)? Lässt sich die Hinwendung zum Populismus durch einen Mangel an Repräsentation und Responsivität erklären? Oder kann der Populismus gar auf neue Spaltungslinien (Cleavages) zurückgeführt werden? Welche sozialen Gruppen wählen populistische Parteien? Und was bedeutet dies für die etablierten Parteien und Gewerkschaften? Welche national spezifischen und welche übergreifen den europäischen Entwicklungen fördern den Populismus? Welche macht- und verteilungspolitischen Effekte werden generiert? Und welche Implikationen zeichnen sich für die tradierten Formen von Demokratie und Wohlfahrtsstaatlichkeit ab?

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