Populismus – na und? Wie viel politischen Streit verträgt die Bundesrepublik? Wann wird aus Zuspitzung Populismus?

Podiumsdiskussion im Rahmen von taz.meinland

Wenn wir in einer Demokratie leben: Warum ist Populismus dann ein Problem? Anliegen, die von Seiten des Wahlvolks formuliert werden, gelten durch diesen Begriff als hochproblematisch. War Willy Brandt, ein Politiker größter Leidenschaft, ein Populist? Und was unterscheidet das beherzte Wahlkämpfen für die ‚linken‘ Zwecke von den ‚rechten‘? Ist das eine okay, das andere demagogisch gesinnt?

Zu fragen ist also: Was eigentlich bewegt die Populisten? Ist es die soziale Ungleichheit? Sind es also die „Abgehängten“, die populistisch wählen? Warum zeigen Studien dann, dass es eben nicht die Ärmsten sind – und vor allem: Warum geben die Populistinnen und Populisten selbst andere Gründe für ihren Ärger an? Offenbar stellen Eliten eine Diagnose, mit der die Betroffenen nicht viel anfangen können.

Und haben sich nicht tatsächlich „die da oben“ zu weit von den sogenannten einfachen Leuten entfernt? Oder attackiert der Populismus womöglich Eliten, die für eine Demokratie vermeintlich unabdingbar sind? Was – bei Lichte besehen – bedeutet Demokratie wirklich?

Eine Diskussion im Hamburger Institut für Sozialforschung mit taz.meinland  über Lebendigkeit in der Demokratie, die Kunst der Zuspitzung im politischen Wettkampf und die Frage nach der Unverzichtbarkeit fundierter Argumente.

Es diskutieren:

  • Hedwig Richter, Historikerin, Wissenschaftlerin Forschungsgruppe „Demokratie und Staatlichkeit"
  • Wolfgang Knöbl, Soziologe, Direktor des HIS
  • Clara Maier, Historikerin, Wissenschaftlerin Forschungsgruppe „Demokratie und Staatlichkeit“
  • Philip Müller, Historiker, Wissenschaftler Forschungsgruppe „Demokratie und Staatlichkeit“

Die Moderation haben: Barbara Junge, stellv. taz-Chefredakteurin und Jan Feddersen, taz.meinland-Projektleiter