Religion und Gewalt - Von der Reformation bis zur Gegenwart

11. Leopoldina Lecture

Welche Parallelen die reformatorischen Bewegungen des 16. und 17. Jahrhunderts, die damit verbundene Gewalt und der Zusammenhang mit Politik zu aktuellen Ereignissen haben, erörtern Experten am 5. September in Hannover.

Gewalttaten, für die eine religiöse Begründung gegeben wird, begegnen uns fast täglich in den Medien. Über verschärfte Sicherheitsvorkehrungen - etwa auf Reisen oder bei Großveranstaltungen - beeinflussen sie auch immer stärker unseren Alltag. Diese Situation lenkt den Blick auf historische Gewalterfahrungen, die in Europa nicht erst seit der Reformation mit Religion und Politik eng verbunden waren. Die zeitliche Entfernung zu Legitimationsmustern, die Religion und Politik in der Vergangenheit verzahnten, kann dabei helfen, die Wirkung und Gültigkeit von aktuellen Mustern auszuleuchten.

Anlässlich des 500jährigen Reformationsjubiläums möchte die 11. Leopoldina-Lecture in Herrenhausen theologische und politische Strategien von Gewaltrechtfertigung sowohl in der Frühen Neuzeit als auch in der Gegenwart betrachten. Dabei sollen u. a. folgende Fragen diskutiert werden: Wie verändert sich geschichtlich die Beziehung zwischen Religion und Herrschaftsordnung? Ist die heutige Kritik an Religion als Gefährderin von Toleranz und innerem Frieden - auch aus historischer Perspektive - gerechtfertigt? In welchem Verhältnis stehen Lebensbedingungen wie wirtschaftliche Umstände und religionsbedingte Gewalt?

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