Risikopraktiken im Staats-Finanz-Nexus. Zur Relationalität von staatlicher und finanzwirtschaftlicher Praxis

Online-Tagung. Anmeldefrist: 14. August 2020

Krise – Risiko – Krise

Hervorbringungen von staatlicher und finanzwirtschaftlicher Praxis sind von vielfältigen Wechselwirkungen und Verschränkungen geprägt. Dies betrifft etwa Ereignisse und Diskurse, die vordergründig in einem Praxisbereich auftreten, für den jeweils anderen Bereich jedoch evaluativ und legitimatorisch relevant werden: z. B. Finanzkrisen und ihre politischen Implikationen (wie Rettungspakete und Finanzmarktregulierung) oder politische Entscheidungen und deren Implikationen für den finanzwirtschaftlichen Vollzug (wie beim Brexit-Referendum). Hinzu kommen historisch tradierte volkswirtschaftliche, fiskalische, regulatorische oder legislative Relationen.

Das Zusammenspiel von staatlicher und finanzwirtschaftlicher Praxis wird daher auch als gesellschaftlicherer Risikonexus erfassbar, in dem Risiken gleichermaßen entstehen wie verarbeitet werden. Diese vielfältigen Risikopraktiken und gegenseitigen Risikozuweisungen sind infolge der globalen Finanzkrise und europäischen Staatsschuldenkrise von bedeutenden Umwälzungen geprägt. Die Krisenbewältigung hierzu ist noch nicht abgeschlossen. Zugleich ist es die Corona-Pandemie als neue Krise, die auch Staat und Finanzwirtschaft konfrontiert hat und die etablierte Risikopraktiken herausfordert.

Diese krisenbedingten Entwicklungen und risikobezogenen Dynamiken im Staats-Finanz-Nexus werden auf der Tagung anhand vielfältiger empirischer Einblicke und theoretischer Perspektiven sozialwissenschaftlich reflektiert und eingeordnet. Zudem laden wir die staatlichen und finanzwirtschaftlichen Praktiker*innen ebenfalls zu diesem Austausch ein.

Teilnahme und Organisation

Wir laden alle Interessierte herzlich zur Teilnahme an der kostenfreien Online-Tagung ein!

Eine Anmeldung ist bis zum 14. August 2020 möglich. Bitte senden Sie hierfür eine E-Mail an: katja.geiger(at)fu-berlin(dot)de

Sie erhalten anschließend Informationen zum Ablauf sowie einen Zugangs-Link.

Die Tagung wird organisiert vom DFG geförderten Projekt „Risikopraktiken im Finanzsektor und in der Politik: Eine vergleichende Analyse ihrer Merkmale und der Translationsdynamiken zwischen gesellschaftlichen Feldern“ unter Beteiligung von:

Jürgen Beyer (Universität Hamburg), Lisa Knoll (Universität Hamburg), Markus Lange (Freie Universität Berlin), Konstanze Senge (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Christian von Scheve (Freie Universität Berlin/DIW Berlin)

Zum Programm (PDF)