Statistische Woche 2018

Demographische Sessions des Arbeitskreises Demographie der Österreichischen Statistischen Gesellschaft (ÖSG) und der Deutschen Gesellschaft für Demographie (DGD)

Im Rahmen der Statistischen Woche 2018 organisieren der Arbeitskreis Demographie der Österreichischen Statistischen Gesellschaft (ÖSG) und die Deutsche Gesellschaft für Demographie (DGD) gemeinsame demographische Sessions mit drei verschiedenen Themen.

1. Versorgung und Morbidität im Alter

2. Bevölkerungsökonomie

3. Migration / Flüchtlinge

Thema 1: Versorgung und Morbidität im Alter

Versorgung und Morbidität bei älteren Menschen: familialer und nachbarschaftlicher Kontext und neue Techniken

Aus dem demographischen Wandel heraus ergibt sich eine große Nachfrage, die bisherigen Versorgungs‐ und Morbiditätsstrukturen für die Generation 65+ intensiver zu beforschen. Mit einer steigenden Lebenserwartung und einer wachsenden Anzahl älterer Menschen ergeben sich neue Herausforderungen an das Gesundheitssystem bzgl. der Versorgungskette von der Prävention über Akutversorgung bis hin zur ambulanten Versorgung. Ältere Menschen weisen heutzutage zwar einen besseren Gesundheitszustand auf als früher und können sich folglich auch nach Ende der Erwerbstätigkeit stärker selbstständig und sozial engagieren.

Mit dem steigenden Alter ist aber auch ein erheblicher Funktionsabbau, ein erhöhtes Risiko für (Multi‐)Morbidität, Komplikationen und Chronifizierungen assoziiert. Daraus resultierender Pflegebedarf wird überwiegend im familialen Kontext, teilweise durch Unterstützung ambulanter Hilfen, gedeckt. Ein Großteil der älteren Personen bleibt im bekannten Umfeld wohnen und möchte dort so lange wie möglich bleiben.

Vor diesem Hintergrund freuen wir uns über Vorträge, die folgende Fragen beleuchten: Wie sieht die Situation bzgl. Multimorbidität und Versorgungssituation älterer Menschen im familialen und nachbarschaftlichen Kontext aus? Welche Umgebungsfaktoren haben einen Einfluss auf Multimorbidität und Versorgungssituation? Unter welchen Umständen können ältere Personen im bekannten Umfeld wohnen bleiben? Welche Chancen und Restriktionen bieten dabei (digitale) Techniken und Smart‐Home‐Lösungen?

Kontakt: M. Feldhaus für den DGD‐Arbeitskreis „Fertilität und Familie“, michael.feldhaus(at)uni‐oldenburg(dot)de

E. Kibele & E. Nowossadeck für den DGD‐Arbeitskreis „Mortalität, Morbidität und Alterung“

Thema 2: Bevölkerungsökonomie

Ökonomische Auswirkungen demographischer Änderungen: Die Verknüpfung von Wirtschafts‐ und demographischen Daten. Wirtschaftliche Aktivität ist sehr eng mit demographischen Charakteristika verknüpft. Zum Beispiel wird ein großer Teil des gesamten Arbeitseinkommens von Männern im Alter von 20 bis ca. 60 erwirtschaftet, während Frauen in dieser Altersgruppe einen Großteil der Familienarbeit erledigen. Dieses Muster erfordert die Umverteilung von Ressourcen zwischen verschiedenen demographischen Gruppen, sowohl zwischen Generationen als auch zwischen Männern und Frauen. Intergenerationelle und inter‐gender Transfers stellen einen wichtigen Teil unseres wirtschaftlichen und sozialen Lebens dar. Der demographische Wandel und die damit verbundenen Änderungen der Lebensgestaltung werfen Fragen nach den wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Änderungen auf. Welche Auswirkungen haben demographische Änderungen auf Produktivität und Kapitalausstattung? Welche Auswirkung auf intergenerationelle Transfersysteme? Die Beantwortung dieser Fragen erfordert Daten zu wirtschaftlichen Größen wie Einkommen, Vermögen, Konsum und Transferleistungen nach demographischen Merkmalen und deren Änderung über die Zeit. Wir freuen uns auf Vorträge über die Erstellung und Analyse von Wirtschaftsdaten aus einer demographischen Perspektive.

Kontakt: Bernhard Hammer für den Arbeitskreis Demographie der ÖSG, Bernhard.Hammer(at)oeaw.ac(dot)at

Thema 3: Migration / Flüchtlinge

Mit dem starken Zustrom von Geflüchteten seit 2015 nach Österreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern ist die Migrationsforschung gefordert, fundierte Informationen über jene Menschen bereitzustellen, die in jüngster Zeit in Europa Zuflucht suchten. Neben belastbaren Daten zur Frage „Wer ist gekommen?“ bedarf es auch fundierter Analysen und Prognosen zu gesellschaftlichen, demographischen und ökonomischen Auswirkungen. Wir freuen uns auf Vorträge zu aktuellen empirischen Arbeiten an Themen wie Familienkontext, Familiennachzug, Humankapital, Gesundheit oder Arbeitsmarkt. Obwohl der Schwerpunkt auf quantitativen Studien basierend auf Mikro‐ oder Makro‐Daten liegt, werden auch qualitative Untersuchungen sowie Beiträge zu methodologischen Aspekten und Herausforderungen von Datenerhebungen unter Flüchtlingen berücksichtigt.

Kontakt: Isabella Buber‐Ennser für den Arbeitskreis Demographie der ÖSG, Isabella.Buber‐Ennser(at)oeaw.ac(dot)at

Verantwortlich für die ÖSG: Richard Gisser, richard.gisser(at)oeaw.ac(dot)at

Verantwortlich für die DGD: Elke Hoffmann, elke.hoffmann(at)dza(dot)de

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