Über Sozialismus reden

Podiumsdiskussion mit Lea Ypi (London School of Economics), Giacomo Corneo (Freie Universität Berlin) und Michael Brie (Rosa-Luxemburg-Stiftung) in Berlin

Vor dem Hintergrund der gescheiterten Staatssozialismen und der Krise des Sozialismus in Lateinamerika war der Begriff „Sozialismus“ lange Zeit verpönt, wenn es darum ging, aktuelle politische und soziale Probleme zu diskutieren. Gegenwärtig werden jedoch in den westlichen Demokratien die Stimmen lauter, die eine Wieder- und Neubelebung sozialistischer Projekte fordern. In den Mutterländern des Neoliberalismus, den USA und Großbritannien, können Politiker*innen, die sich offen für einen „demokratischen Sozialismus“ aussprechen, in den letzten Jahren wieder breite Massen mobilisieren. Und auch in der akademischen Welt gibt es Versuche, neue Debatten über das Konzept des Sozialismus anzustoßen. Dabei ist unbestritten, dass eine jede Wiederbelebung des Konzepts die Geschichte der realen Sozialismen kritisch reflektieren muss. Strittiger sind die Fragen, wie genau ein sozialistisches Zukunftsprojekt zu verstehen und zu realisieren ist und welche gesellschaftlichen Bereiche es umfassen sollte. Von ihrer Beantwortung hängt ab, was genau unter „Sozialismus“ verstanden wird.

Wie weitreichend sind die gesellschaftlichen Transformationen, die unter den Begriff des Sozialismus gefasst werden? Stellt sich ein sozialistisches Zukunftsprojekt im Wesentlichen als alternative Wirtschaftsordnung dar? Oder betrifft das, was unter den Begriff des Sozialismus fällt, die tiefer liegende (moralische) Idee eines alternativen Freiheitsverständnisses, das sich von dem des Liberalismus abgrenzt? Gibt es überhaupt die Idee des Sozialismus oder bedarf es vielfältiger Sozialismen, um den Weg in eine solidarische Moderne anzustoßen?

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

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