Unsustainable Past - Sustainable Futures?

Jahreskonferenz am 4. und 5. Juni 2020 an der Universität Hamburg

In ihrer 1. Jahreskonferenz wirft die DFG-Kolleg-Forschungsgruppe „Zukünfte der Nachhaltigkeit“ die Frage auf, ob trotz einer 200jährigen Geschichte, in der sich der heute ökologisch desaströse Zustand der Erde herausgebildet hat, eine nachhaltige Zukunft noch möglich ist. Hierzu ist es erforderlich, näher zu bestimmen, wo wir stehen, und wie wir unsere Gegenwart der globalen Erwärmung, des Artensterbens und der Vergiftung von Böden, Wasser und Luft genauer beschreiben wollen. Will man wissen, ob der geschichtliche Pfad der Destruktion der Ökosysteme umkehrbar ist oder nicht, muss zunächst ermittelt werden, was zu diesem Pfad hingeführt hat und wodurch er weiterhin stabilisiert wird.

Hierfür sollen auf der Jahreskonferenz verschiedene Perspektiven eingenommen werden. Blickt man im planetarischen Maßstab auf die Menschheit im Ganzen, wird klar, dass sie im Zeitalter des Anthropozäns zu einer gewaltigen geologischen Kraft geworden ist. Welche Konsequenzen sollten daraus für die Sozial- und Kulturwissenschaften gezogen werden?

Differenziert man die Menschheit historisch, ökonomisch und kulturell, kommen spezifischere gesellschaftliche Konstellationen in den Blick. Ist die Ausbeutung der Natur ein charakteristisch „westliches“ Phänomen, das in einem instrumentellen Naturverständnis wurzelt und nur durch einen umfassenden Kulturwandel überwunden werden kann? Oder ist es vor allem die Wirtschaftsweise des Kapitalismus, welche die Destruktion des Ökosystems hervorbringt? Kann es innerhalb eines ökonomischen Regimes der permanenten Kapitalakkumulation eine sozial-ökologische Transformation überhaupt geben?

Alle Aussichten auf einen sozial-ökologischen Wandel hängen davon ab, welche Zukünfte als wahrscheinlich angenommen werden. Können „sustainable futures“ durch ökologische Modernisierung oder tiefgreifende gesellschaftliche Transformationen erreicht werden, da wir es mit einer Krise zu tun haben, die prinzipiell jedoch noch überwindbar ist? Oder verlässt das Erdsystem bereits die planetaren Grenzen eines bewohnbaren Planeten und steuern wir auf einen globalen zivilisatorischen Kollaps zu?

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