Vernunft und Geschichte

Vortrag und Diskussion mit Joseph Vogl im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Sapere Aude! – von Vernunft und Unvernunft"

Immanuel Kant hat mit der Aufforderung „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ eine durchaus optimistische und historisch-politisch wirkmächtige Ausgangsposition aufgeklärten Denkens formuliert. In der wechselvollen Geschichte der Vernunft ist jedoch deutlich geworden, dass Stärke und Fragilität der Vernunft Hand in Hand gehen können. Der Umschlag von Vernunft in Unvernunft in Gestalt fundamentalistischer, ideologischer und extremistischer Strömungen sowie technische und ökonomische Instrumentalisierungen der Vernunft lassen Zweifel an der Zuversicht und Wirksamkeit des Kantischen Wahlspruchs der Aufklärung aufkommen. Was kann vernünftiges Denken und Handeln heute bedeuten? Welches Gewicht kann Vernunft im gesellschaftlichen Diskurs gewinnen? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe „Sapere Aude!“ der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und des Studium generale der Bucerius Law School, bei der die Potenziale aufgeklärten Denkens und zugleich dessen Gefährdungen beleuchtet werden sollen.

Prof. Dr. Joseph Vogl hat den Lehrstuhl für Literatur- und Kulturwissenschaft/Medien an der Humboldt Universität zu Berlin inne und ist Permanent Visiting Professor am Department of German der Princeton University. Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. die Geschichte und Theorie des Wissens. Vogl übersetzte Schlüsselwerke von Gilles Deleuze und Jean-François Lyotard. Mit seinem Buch "Der Souveränitätseffekt" (2015) stand er auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch.

Moderation:

Dr. Dr. Kai-Michael Hingst, Partner Noerr LLP, Hamburg (Moderation) Dr. Sven Murmann, Verleger und geschäftsführender Gesellschafter Murmann Publishers (Moderation)

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

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