Vernunft und Politik

Vortrag und Diskussion mit Barbara Zehnpfennig im Rahmen der Veranstaltungsreihe "SAPERE AUDE! Von Vernunft und Unvernunft"

Immanuel Kant hat mit der Aufforderung „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ eine durchaus optimistische und historisch-politisch wirkmächtige Ausgangsposition aufgeklärten Denkens formuliert. In der wechselvollen Geschichte der Vernunft ist jedoch deutlich geworden, dass Stärke und Fragilität der Vernunft Hand in Hand gehen können. Der Umschlag von Vernunft in Unvernunft in Gestalt fundamentalistischer, ideologischer und extremistischer Strömungen sowie technische und ökonomische Instrumentalisierungen der Vernunft lassen Zweifel an der Zuversicht und Wirksamkeit des Kantischen Wahlspruchs der Aufklärung aufkommen. Was kann vernünftiges Denken und Handeln heute bedeuten? Welches Gewicht kann Vernunft im gesellschaftlichen Diskurs gewinnen? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe „Sapere Aude!“ der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und des Studium generale der Bucerius Law School, bei der die Potenziale aufgeklärten Denkens und zugleich dessen Gefährdungen beleuchtet werden sollen.

Prof. Dr. Barbara Zehnpfennig ist Inhaberin der Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Passau. Die Schwerpunkte ihrer Forschung liegen in den Bereichen Antike Philosophie, amerikanisches Verfassungsdenken sowie Totalitarismus und Extremismus. Sie habilitierte an der Universität der Bundeswehr in Hamburg mit einer viel beachteten Arbeit über Hitlers "Mein Kampf". Bis November 2015 war sie langjährige Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens.

Prof. Dr. Dr. Kai-Michael Hingst, Partner Noerr LLP, Hamburg (Moderation)

Dr. Sven Murmann, Verleger und geschäftsführender Gesellschafter Murmann Publishers (Moderation)

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