Videoüberwachung von Versammlungen: Demonstrierende im Dilemma - Polizei und Recht im Konflikt?

Vortrag von Peter Ullrich

Videoüberwachung ist ein Symbol schlechthin der „Überwachungsgesellschaft“. Auf Demonstrationen ist sie ein steter Quell von Konflikten. Im Vortrag wird u.a. beleuchtet, welche Erwartungen die Polizei mit Videotechnik verbindet und wie ihr praktischer Einsatz – oft in Graubereichen des rechtlich Möglichen und unter Ausnutzung weitgehenden „soziologischen Ermessens“ – zur Stärkung der „Definitionsmacht der Polizei“ beiträgt.  Zugleich geht es um die Auswirkungen von Videotechnik im Protest-Policing auf die Demonstrierenden, die weit mehr als nur Abschreckung beinhalten. Auch Aggressionsspiralen, Feindbildproduktion und subtile Kontrolleffekte sind nachweisbar.  Eine der frappierendsten Folgen: in einer Spirale von Überwachung und Gegenüberwachung tragen beide Seiten, teilweise unintendiert, zur Vertiefung der Überwachungsgesellschaft bei.

Mit diesem Vortrag werden die zentralen Ergebnisse des eben abgeschlossenen DFG-Projektes „Videoüberwachung von Versammlungen und Demonstrationen. Praxis und Wissensformen von Polizei und Protestierenden (ViDemo)“ vorgestellt (http://bit.do/videmo2).

Dr. phil. Dr. rer. med. Peter Ullrich, Soziologe und Kulturwissenschaftler, ist Ko-Leiter des Forschungsbereichs „Soziale Bewegungen, Technik, Konflikte“ am „Zentrum Technik und Gesellschaft“ der Technischen Universität Berlin. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Politische Soziologie, Antisemitismusforschung und Protestforschung, v.a. gouvernementalitäts-theoretische Perspektiven auf soziale Bewegungen und Protest, Überwachung und Protest-Policing.

Anmeldung per Mail an foeps-office(at)hwr-berlin(dot)de

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