Von der Analyse kultureller Differenz zur Analyse kultureller Differenzierung

Der Soziale Raum der postmigrantischen Gesellschaft

(Post-)Migrantische Lebensstile wurden in der Vergangenheit vor allem aus der Perspektive der strukturfunktionalistischen Integrationsforschung und von Ansätzen kultureller Hybridität erforscht. In jüngster Zeit finden vermehrt theoretische Konzepte wie Habitus, Praxis, Lebensstil, Kapital, symbolische Grenzziehung und soziales Milieu Eingang in qualitative wie quantitative Untersuchungen. Diese Konzepte stehen in der Tradition der relationalen Soziologie Pierre Bourdieus, die ihren Ausgangspunkt in der kulturellen Klassenanalyse Frankreichs nahm.

Der konzeptuelle Bezug auf Bourdieu bringt jedoch die Problematik mit sich, dass die Dualität von Struktur und Praxis ohne eine theoretische Formulierung der Makrostruktur unvollständig bleibt. Eine solche steht für die postmigrantische Gesellschaft jedoch noch aus: (Post-)Migrantische Lebensstile werden bisher entweder isoliert und aus der Perspektive der „Mehrheitsgesellschaft“ betrachtet (etwa in Typologien von „Migrantenmilieus“), oder aber MigrantInnengruppen werden über statistische Mittelwerte einzelner Indikatoren mit der „Mehrheitsgesellschaft“ verglichen. Ein gemeinsamer sozialer Raum, der (Post-)MigrantInnen und Autochthone beherbergt und in ihrer kulturellen Diversität und Positionalität ernstnimmt, muss erst noch konstruiert werden. Die zentrale Frage, die wir im Workshop diskutieren wollen, lautet daher: Wie ist die Struktur des sozialen Raumes in der postmigrantischen Gesellschaft beschaffen?

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