Wirtschaft und Arbeit im Umbruch. Wie wird der Strukturwandel gestaltet?

Jahrestagung 2020 der Deutschen Vereinigung für sozialwissenschaftliche Arbeitsmarktforschung (SAMF e.V.) am 13.–14. Februar 2020 in Berlin

Aktuelle wirtschaftliche Strukturwandelprozesse stehen in engem Zusammenhang mit gesellschaftlichen Herausforderungen. Insbesondere der Klimawandel und die demografische Alterung tragen dazu bei, dass bisherige Entwicklungspfade in Produktion und Dienstleistung in Frage gestellt und auch politisch teils intensiv bearbeitet werden. Gerade Branchen der „Daseinsvorsorge“ wie v.a. Energieversorgung, Gesundheitsdienste und Verkehr/ Mobilität werden durch politische Vorgaben beeinflusst. In Verbindung mit neuen Möglichkeiten durch digitale Techniken verändern sich in die-sen und weiteren Sektoren die bisherigen Strukturen und Prozesse teils fundamental. Wissenschaft, Wirtschaft und Politik erwarten massive Auswirkungen auf Unternehmensstrukturen, Tätigkeitsanforderungen, Beschäftigungsverhältnisse und regionale Wirtschaftsräume. Bisher gibt es jedoch wenig gesichertes Wissen über den Verlauf dieser Veränderungen und insbesondere über die Bedeutung der Arbeitsmarktinstitutionen für ihre Gestaltung.Angesichts aktueller gesellschaftlicher Debatten etwa zur Zukunft der Automobilindustrie, zur Etablierung einer klimaneutralen Energieversorgung in Deutschland und zur Sicherung der Pflege und medizinischen Versorgung widmet sich die SAMF - Jahrestagung 2020 den Herausforderungen, die der politisch und technologisch beeinflusste Strukturwandel für Arbeitsmärkte bereithält und diskutiert mögliche Folgen für die Arbeitsmarktpolitik.In der Tagung sollen exemplarisch Bereiche betrachtet werden, in denen sich sektorale Umbrüche vollziehen, darunter die genannten Sektoren der Daseinsvorsorge, wie die Energiewirtschaft, der Gesundheitssektor sowie Verkehr/ Logistik (Mobilität). Aber auch andere Bereiche mit markanten Umbrüchen können in Vorschlägen für Tagungsbeiträge (siehe unten) thematisiert werden.Die ausgewählten Bereiche des Umbruchs sollen insbesondere hinsichtlich der Institutionen betrachtet werden, die Strukturen und Prozesse auf Arbeitsmärkten prägen. Zu denken ist an das System der Qualifikationserzeugung und -erneuerung (Berufliche Bildung, Hochschulbildung, Weiterbildung, Umschulung), die Arbeitsförderung (Schwerpunkte der Arbeitsmarktpolitik, Strategien der Bundesagentur für Arbeit), die Industriellen Beziehungen (Strategien und Schwerpunkte von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, Rolle der Tarifbindung, Entwicklung der betrieblichen Mitbestimmung durch Betriebs- und Personalräte) sowie die arbeitsrechtliche Regulierung (Mindestlöhne, Kündigungsschutz, Arbeitszeitgesetz, Arbeits- und Gesundheitsschutz).