Wohnen und Gesundheit im Alter

Gemeinsame Jahrestagung der Sektion Alter(n) und Gesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), der Arbeitsgruppe Epidemiologie des Alterns der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGepi),des Arbeitskreises Mortalität, Morbidität und Alterung der Deutschen Gesellschaft für Demographie (DGD) und des Instituts für Gerontologie (IfG) an der Universität Vechta

Die steigende Lebenserwartung ist ein Grund für die demographische Alterung der Gesellschaft – immer mehr Menschen erreichen höhere und hohe Altersjahre. Welche neuen Problemlagen daraus erwachsen, hängt u.a. auch davon ab, ob im Vergleich der Geburtskohorten bestimmte Risiken eher ab- oder zunehmen (z.B. Demenz oder Adipositas), ob es zu einer Kompression oder Expansion von gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Alter kommt, aber auch z.B. von der Frage, welche Gesundheitsrisiken und -potenziale die Wohnsituation und das Wohnumfeld bergen. Ungünstige Bedingungen in der Wohnung sowie im unmittelbaren Wohnumfeld wirken sich potenziell nicht nur physisch (Unfall-und Verletzungsrisiken), sondern ebenso psychisch (Depression und Angstzustände) sowie sozial (Isolation) aus und bringen möglicherweise z.B. eine erhöhte Institutionalisierungsgefahr mit sich. Gleichermaßen können sowohl räumliche als auch soziale Wohnbedingungen als Voraussetzung sowohl für Mobilität als auch für gesellschaftliche Partizipation und psychisches Wohlbefinden gesehen werden. Vor diesem Hintergrund wirken sich die objektiven Wohnbedingungen und subjektives Wohnerleben bzw. die Gestaltung der Wohnumwelten maßgeblich auf Lebenszufriedenheit, Selbständigkeit und damit auch auf die Gesundheit Älterer aus.

Mit zunehmendem Alter verändert sich z.B. das Krankheitsspektrum. Neurodegenerative Erkrankungen (wie Demenz), Multimorbidität oder Gebrechlichkeit (Frailty) treten in absoluten Zahlen vermutlich immer häufiger auf. Parallel dazu wird sich die gemeinsame Lebenszeit der familialen Generationen weiter erhöhen, möglicherweise die räumliche Mobilität ebenfalls, vermutlich regional differenziert. Aus dem Zusammenspiel solcher Entwicklungen ergeben sich neuartige Herausforderungen, vielleicht aber auch neuartige Chancen für die Gestaltung alter(n)sfreundlicher Umwelten, das Wohnen oder auch für die gesundheitliche, insbesondere pflegerische Versorgung z.B. in ländlichen Regionen.

Die Tagung 2020 nimmt diese Vielfalt und Interdependenz der Aspekte und Entwicklungen in den Fokus: die Gesundheit, Lebensqualität, Wohlbefinden, Teilhabe sowie Autonomie und Selbstbestimmung älterer Menschen. Welche Trends und Entwicklungen hier auszumachen sind, und Wechselwirkungen zwischen diesen Entwicklungen bestehen, soll auf dieser Tagung diskutiert werden.

E-Mail-Adresse: tagung2020(at)uni-vechta(dot)de

Die Veranstalter

  • Andrea Teti Institut für Gerontologie (IfG) –UniversitätVechta
  • Harald Künem und Sektion Alter(n) der Gesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)
  • Judith Fuchs Arbeitsgruppe Epidemiologie des Alterns der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGepi)
  • Eva Kibele und Enno Nowossadeck Arbeitskreis Mortalität, Morbidität und Alterung der Deutschen Gesellschaft für Demographie (DGD)

Zum Call for Papers (PDF)