Zwischen Differenz und Zugehörigkeit – Religion(en) in Kinder- und Jugendmedien

Workshop vom 6. bis 7. Oktober 2021 an der LMU München

Religion und religiöse Fragestellungen werden in Kinder- und Jugendmedien auf vielfältige Weise repräsentiert und verhandelt. Die nicht selten interkulturelle und interreligiöse Auseinandersetzung reicht von (Sach-)Büchern, die sich dezidiert mit spezifischen (Welt-)Religionen, ihren Glaubensinhalten, Praktiken und Lebensweisen beschäftigen, über Neuinterpretationen und -adaptionen etwa von Schöpfungsmythen und biblischen Geschichten bis hin zu Texten, die auf philosophischer und/oder ethischer Ebene grundlegende Fragen zu Existenz und Transzendenz aufwerfen. Gerade im Kontext aktueller Debatten um Diversität und Interkulturalität wird Religion in Kinder- und Jugendmedien aber auch häufig als Kategorie von Identität, Differenz und Zugehörigkeit verhandelt.

Die Erforschung der Repräsentation von Religion und religiöser Pluralität in Kinder- und Jugendmedien erfolgt insbesondere in der Religionspädagogik, der Literaturwissenschaft und der Religionswissenschaft. Der interdisziplinäre Workshop will die intensivere Zusammenarbeit der Disziplinen stärken, indem über methodische Herangehensweisen, theoretische Konzepte und Forschungsziele diskutiert wird.

Dabei sollen Konzepte von Differenz und Zugehörigkeit im Kontext religiöser Identitäten in Kinder- und Jugendmedien verhandelt werden, wobei der Fokus auf Repräsentationspraktiken und Darstellungskonventionen in literarischen und (audio-)visuellen Quellen liegt.

Neben theoretischen Zugängen zu den Grundkonzepten Identität, Differenz und Religion sollen Positionen zu den folgenden Fragen erarbeitet werden:

  • Wie wird Religion in Kinder- und Jugendmedien konzeptioniert? Welche Aspekte von Religion werden dabei fokussiert, welche bleiben unbeleuchtet?
  • Inwiefern korrelieren diese Darstellungen mit gesellschaftlichen Selbstverständnissen, mit Konzepten des ‘Eigenen’ und ‘Fremden’ und mit virulenten gesellschaftlichen Entwicklungen und Diskursen?
  • Welche Strategien werden verwendet, um Differenz und Zughörigkeit zu markieren?
  • Gibt es Veränderungen und Konjunkturen in der Geschichte der visuellen Darstellung von Religionen? In welchem Verhältnis stehen visuelle und textuelle Repräsentationen zueinander?

Angesprochen sind insbesondere Nachwuchswissenschaftler*innen, die daran interessiert sind, aktuelle Forschungsprojekte zu diskutieren und Vernetzungsmöglichkeiten zu schaffen. Zugleich suchen wir im Rahmen des Workshops den Austausch mit Medienschaffenden, Künstler*innen und Vermittler*innen.

Der Workshop wird im Rahmen des Mentoring-Programms der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität gefördert; die Kosten für Reise und Unterkunft können bis max. 250 Euro/Person übernommen werden.

Wir hoffen auf Ihr reges Interesse und bitten um die Zusendung von Vortragsvorschlägen von 20−25 Minuten Dauer bis zum 14. Mai 2021. Bitte senden Sie ein Abstract (ca. 300 Wörter), das Auskunft über Thema, Fragestellungen, Herangehensweisen, theoretische Positionen und Primärquellen gibt sowie eine biografische Notiz per E-Mail an kalbermatten(at)em.uni-frankfurt(dot)de und verena.eberhardt(at)lmu(dot)de.

Kontakt:

Verena Marie Eberhardt, M.A., Religionswissenschaft und Religionsgeschichte, Ludwig-Maximilians-Universität München, verena.eberhardt(at)lmu(dot)de

Dr. Manuela Kalbermatten, Institut für Jugendbuchforschung, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Kalbermatten(at)em.uni-frankfurt(dot)de 

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