Die „Soziologie ökonomischen Denkens“

DFG-Forschungsnetzwerk zur ökonomischen Wissensproduktion in modernen Gesellschaften

In den vergangenen Jahren ist das Interesse an der sozialen Konstitution ökonomischen Wissens sowie an dessen gesellschaftlicher Wirkung stark gewachsen. Seit Oktober 2015 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft für die Laufzeit von drei Jahren das wissenschaftliche Netzwerk „Soziologie ökonomischen Denkens“ (Sociology of Economics).1 Die Beteiligten nutzen das analytische Instrumentarium der Wirtschafts- und Wissenschaftssoziologie, um wissens-, diskurs- und feldtheoretische Befunde zur inneren Verfasstheit der Wirtschaftswissenschaft sowie deren Stellung in Politik und Wirtschaft zu erarbeiten. Ergänzt werden diese Analysen durch Erkenntnisse angrenzender Disziplinen wie etwa der Wissenschaftsgeschichte, der ökonomischen Dogmengeschichte oder der Politischen Ökonomie.

Initiiert wurde das Netzwerk, weil die Bezugnahme auf und die Rekonstruktion von wirtschaftswissenschaftlichem Wissen von der deutschsprachigen Soziologie – verglichen mit der englischsprachigen Debatte – noch relativ wenig erforscht wurde. Ziel des Zusammenschlusses ist es daher, die Entwicklung einer belastbaren soziologischen Analyse der ökonomischen Wissensproduktion in modernen Gesellschaften zu befördern.

Damit soll insbesondere der Tatsache Rechnung getragen werden, dass eine systematische Soziologie der Wirtschaftswissenschaften weiterhin als Desiderat gilt.2 Weder ist geklärt, welcher Status wirtschaftswissenschaftlichem Wissen in der wirtschaftssoziologischen Theoriebildung beizumessen ist, noch, ob es sich bei der Soziologie dieses Wissens um ein Teilgebiet der Wirtschaftssoziologie oder um ein eigenständiges Forschungsfeld handelt.

Das Netzwerkmitglied Hanno Pahl fordert in diesem Zusammenhang etwa, „dass die Soziologie, über Spezialfälle wie die sogenannte Performativitätsdebatte hinausgehend, das disziplinär ausdifferenzierte ökonomische Wissen zu einem genuinen Forschungsgegenstand machen sollte“.3 Eine solche Aufgabe lässt sich mit dem reflexiven Potenzial der Soziologie begründen, Wissenschaften als gesellschaftliche Phänomene zu rekonstruieren.4 Auf dieser Grundlage kann dann gefragt werden, worin die sozialen Konstituierungsbedingungen der ökonomischen Wissenschaft und ihrer Erkenntnisse bestehen sowie welche Möglichkeiten der gesellschaftlichen Einflussnahme ökonomisches Wissen erlaubt.5 Mittlerweile wird eine systematische Soziologie ökonomischen Denkens sowohl im deutschsprachigen6 als auch verstärkt im angloamerikanischen Raum7 angestrebt.

In diesem Sinne soll das Forschungsnetzwerk unterschiedliche Perspektiven auf die soziale Konstitution wirtschaftlichen Wissens miteinander ins Gespräch bringen. Ziel der am Netzwerk partizipierenden Wissenschaftler*innen ist es, empirisch fundiert die institutionellen Wirkmechanismen, Praktiken und Diskurse sichtbar zu machen, die den gesellschaftlichen Einfluss der Wirtschaftswissenschaft ermöglichen. Erschwert wird dieses Vorhaben allerdings durch die Vielzahl terminologischer Zugänge zum Forschungsgegenstand. So sind dem Themenfeld nicht nur Bezeichnungen wie „Soziologie der ökonomischen Wissenschaft“ und „Soziologie ökonomischen Wissens“, sondern auch „Performativity-Theorie“, Finanzmarktsoziologie oder Soziologie der Finanzialisierung etc. zugeordnet.8 Das Netzwerk möchte die unterschiedlichen theoretischen und methodologischen Zugänge diskutieren, um eine begriffliche Systematisierung zu ermöglichen. Gegenwärtig gleicht die Landschaft der soziologischen Analyse wissenschaftlichen Denkens eher einem Flickenteppich verschiedener methodischer Herangehensweisen.9 Während sich wissenssoziologische Zugänge vornehmlich mit den Inhalten der Wirtschaftswissenschaften auseinandersetzen, richten Wissenschaftssoziolog*innen ihren Fokus auf den gesellschaftlichen Kontext, in dem Wirtschaftswissenschaft stattfindet und wirkt.10

Insgesamt sind während der Förderphase sechs halbjährliche zwei- bis zweieinhalbtägige Arbeitstreffen geplant. Zwei Treffen haben bereits stattgefunden. Bei den Sitzungen sollen anhand von Vorträgen der Teilnehmer*innen und Gäste gemeinsame Grundlagen und künftige Forschungsperspektiven erarbeitet werden. Folgende Themenfelder stehen (bzw. standen) auf der Agenda:

Soziologie ökonomischen Denkens: Bestandsaufnahme und Perspektiven
(15.–17. Juli 2015, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Das konstituierende Treffen des Netzwerks diente einem ersten kursorischen Überblick und der Sichtung verschiedener Forschungsperspektiven einer Soziologie ökonomischen Denkens. Als Gast nahm Georg Vobruba (Leipzig) teil. Eine zentrale Fragestellung bestand in der Strukturierung und Abgrenzung des Forschungsgegenstandes. Diskutiert wurde, auf welche Weise sich Soziolog*innen einer so hochspezialisierten Disziplin wie der Wirtschaftswissenschaft angemessen nähern können und welche Problemstellungen sich mit welchen soziologischen Herangehensweisen klären lassen könnten. Des Weiteren wurden die im Rahmen des Netzwerkes zu bearbeitenden Projekte vorgestellt und besprochen.

Die historische Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften
(10.–12. Februar 2016, Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Beim zweiten Treffen ging es um die Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften aus historischer und dogmengeschichtlicher Perspektive. Von besonderem Interesse waren dabei die Entwicklung der Volkswirtschaftslehre sowie die theoretische Ausrichtung der Wirtschaftswissenschaften im 20. Jahrhundert. Thematisiert wurde primär die monotheoretische Schließung der Mikro- und Makroökonomik, ihre Beschränkung auf die neoklassische Wohlfahrtsökonomik, einschließlich des Siegeszugs des homo oeconomicus, der Seinesgleichen in sich im Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage befindlichen Märkten begegnet. Hinzu kamen die sogenannten dynamic stochastic general equilibrium-Modelle (DSGE), die zur Justierung geldpolitischer Strategien eingesetzt werden. Darüber hinaus wurden strukturelle Gründe dieser Schließung besprochen, die sich etwa in der Gründung des Vereins für Socialpolitik (1873), in curricularen Modifikationen oder terminologischen Neubestimmungen niederschlugen. Ein Beispiel war die semantische Umdeutung des Kapitalismusbegriffs in den USA in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, mit der sich der Gastbeitrag von Roman Köster (München) befasste. Bertram Schefold (Frankfurt am Main) hat das Treffen mit einem Vortrag über die historische Entwicklung der Frankfurter wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät bereichert.

Finanzialisierung und globale politische Ökonomie
(14.–16. September 2016, Universität Erfurt)

Die Finanzialisierung ist ein Prozess, der die Sozialwissenschaften nun schon seit einigen Jahrzehnten beschäftigt. Ob nun Veränderungen in der Unternehmensorganisation11, in deren Eigentümer*innenstruktur12 oder aber die Verlagerung der Quellen von Profitschöpfung auf finanzwirtschaftliche Leistungen zu beobachten sind13 – Finanzialisierung wird als die wichtigste und vielschichtigste Transformation der globalen Ökonomie seit den 1970er-Jahren verstanden. Um den Einfluss der Wirtschaftswissenschaft auf Finanzialisierungsprozesse ermessen zu können, soll bei diesem Treffen die Finanzialisierungsforschung zusammen mit der Internationalen Politischen Ökonomie (IPÖ) diskutiert werden. Die IPÖ beschäftigt sich eingehend mit dem Bedeutungszuwachs der internationalen Finanzmärkte und spürt den sozialökonomischen Folgen makroökonomischer Steuerungspolitiken nach.14 Im Rahmen der Auseinandersetzungen des Netzwerks ist vor allem interessant, an welchen Schnittstellen wirtschaftswissenschaftliches Wissen in diese sozioökonomischen Makrostrukturen eingreift. Die Soziologie geht teilweise sogar so weit, der Ökonomik eine „Investifizierung“ anderer gesellschaftlicher Bereiche zuzuschreiben.15 Da die Wirtschaftswissenschaft für die IPÖ wiederum Teil der Kultur politischer Ökonomien ist16, lässt sie sich leicht mit soziologischen Überlegungen verknüpfen.

Modellierungskulturen
(8.–10. Februar 2017, Ludwig-Maximilians-Universität München)

Modelle sind seit der Nachkriegszeit zum wichtigsten Instrument der Ökonomik geworden und deshalb auch ins Zentrum der Analyse wirtschaftswissenschaftlichen Wissens gerückt. Das geplante Treffen wird sich den verstreuten Studien zu diesem Problemkomplex widmen. Pionierarbeiten sind in der Regel zwischen Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte zu verorten. Mary Morgan17 etwa hat in einem breiten wissenschaftsgeschichtlichen Abriss den Bedeutungswandel wirtschaftswissenschaftlicher Modelle von der klassischen Politischen Ökonomie David Ricardos bis zur Spieltheorie nachgezeichnet. Ihr zentrales Argument lautet, dass solche Modelle als ‚Quasi-Labore‘ dienen, in denen sich Rechenexperimente durchführen lassen. Stärker wissenschaftstheoretisch orientiert spürt Marcel Boumans18, ebenfalls anhand reichlichen Materials, den Schnittstellen zwischen Modellen, wissenschaftlichen Normen und der empirischen Wirklichkeit nach. An solche Überlegungen anschließend untersucht das Netzwerkmitglied Verena Halsmayer gemeinsam mit Kevin Hoover19, welche Operationen der Ökonom Robert Solow unternommen hat, um sein wegweisendes Wachstumsmodell zu entwickeln. Im Zentrum der soziologischen Debatten um ökonomische Modelle werden Fragen darüber stehen, wie die sozialen Welten aussehen, die sie entwerfen: Welche sozioökonomischen Orientierungen schreiben diese Modelle sozialen Akteuren zu20 und wie äußert sich darin der gewünschte Zugriff auf die Gesellschaft?21

Soziologie der Finanzmärkte
(19.–21. Juli 2017, London School of Economics)

Geplant ist darüber hinaus ein Abgleich mit der Soziologie der Finanzmärkte, die komplementär zur Soziologie ökonomischen Denkens Wissenskonstellationen in der Praxis bearbeitet. Andreas Langenohl22 etwa beschreibt Finanzmärkte als „Deutungsökonomien“, in denen Preise gleichermaßen als Ergebnis ökonomischer Preisbildungsprozesse wie auch als öffentliche Diskurse verstanden werden können. Auch sind die Anleihen der Soziologie der Finanzmärkte aus der Wissenschaftssoziologie und den Laboratory Studies hervorzuheben. So analysiert Karin Knorr Cetina Finanzmärkte als reflexiv koordinierte Märkte, deren Kern die „skopischen Medien“ darstellen – etwa Computerbildschirme.23 Schließlich sollen Analysen zur Rolle ökonomischer Expert*innen und ökonomischen Expert*innenwissens für die Konstitution ökonomischer Realitäten24 besprochen werden. Die Netzwerkmitglieder Oliver Kessler25 und Leon Wansleben26 haben beispielsweise ethnographisch gezeigt, auf welche Interpretationsressourcen Expert*innen auf Finanzmärkten zurückgreifen müssen, um ihrem Handeln Sinn zu verleihen.

Ökonomische Performativität, Expertise und Macht
(7.–9. Februar 2018, Universität Gießen)

Bei einem sechsten Treffen soll die Performativitätsforschung im Mittelpunkt stehen. Der Ursprung wie auch das Hauptforschungsfeld der performativity of economics liegt in der Analyse der Etablierung neuer Finanzmarktinstrumente. Entsprechende Studien machen deutlich, dass Ökonom*innen wirtschaftliche Prozesse nicht nur beobachten und analysieren, sondern gestaltend (also performativ) in die Ökonomie eingreifen.27 Schon Soziologen wie Pierre Bourdieu28 hatten auf den wirklichkeitskonstituierenden Charakter von Wissenschaft hingewiesen, allerdings hat erst ein Beitrag des Wissenschaftssoziologen Michel Callon29 die breite Untersuchung des wirtschaftswissenschaftlichen Einflusses auf die Wirtschaft in Gang gesetzt. Die vielleicht bekannteste Studie von Donald MacKenzie zeigt, wie das Optionspreismodell der Ökonomen Fischer Black, Myron Samuel Scholes und Robert Carhart Merton – als Black-Scholes-Merton-Modell bekannt – zur Schaffung einer Optionsbörse beigetragen hat, während die drei Wissenschaftler selbst an Finanzgeschäften beteiligt waren.30 Netzwerkmitglied Katrin Hirte31 hat erarbeitet, welche Ökonom*innennetzwerke im deutschsprachigen Raum bestehen und wie diese Akteur*innen die Lösungsstrategien zur aktuellen Finanzkrise mitgestalten.

Die soziale Struktur der Wirtschaftswissenschaften
(11.–13. Juli 2018, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Abschließend wird sich das Netzwerk der Frage nach der sozialen Strukturierung der Wirtschaftswissenschaften und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Disziplin widmen. Ausgangspunkt ist die Einsicht, dass auch im Wissenschaftssystem soziale Ungleichheit herrscht.32 Daher erscheint es vielversprechend, zur Analyse der Wirtschaftswissenschaft auf die Feldtheorie von Bourdieu zurückzugreifen,33 um den Marktcharakter sowie die Konkurrenzverhältnisse der Disziplin in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses zu rücken. Wie alle anderen gesellschaftlichen Felder zeichnet sich auch das wirtschaftswissenschaftliche dadurch aus, dass die Akteure um knappe Ressourcen konkurrieren und ungleiche Tauschchancen haben.34 Bisher steht eine umfassende Feldanalyse der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland noch aus,35 weshalb das Forschungsnetzwerk ausdrücklich die Positionen und Positionierungen von hiesigen Ökonom*innen in Deutschland thematisieren wird. Von besonderem Interesse ist – und damit soll an das Thema des zweiten Treffens angeschlossen werden –, inwieweit die Positionskämpfe im wirtschaftswissenschaftlichen Feld zu einer methodischen Schließung der Disziplin beitragen. In diesem Kontext legen die Befunde von Marion Fourcade36 beispielsweise nahe, dass amerikanische Eliteuniversitäten zu Machtzentren im globalen Feld der Ökonomik geworden sind, da sie bei der Zuteilung von symbolischem Kapital eine Schlüsselrolle einnehmen. Wer aus der akademischen Peripherie in eine dieser Universitäten vorgedrungen ist, den erwarten im Falle der Rückkehr hohe symbolische Gewinne im eigenen nationalen Feld.37

Fußnoten

1 Weitere Informationen zum Netzwerk, den beteiligten Personen sowie den angeschlossenen Forschungsprojekten sind auf der Projektwebseite zu finden. Ein Emailverteiler ist in Vorbereitung. Wir laden alle Interessent*innen herzlich zum Stöbern und zur Kontaktaufnahme ein.

2 Vgl. Georg Vobruba, Editorial, in: Soziologie 34 (2005), 2, S. 129–130; Hanno Pahl, Die Wirtschaftswissenschaften in der Krise. Vom massenmedialen Diskurs zu einer Wissenssoziologie der Wirtschaftswissenschaften, in: Schweizerische Zeitschrift für Soziologie 37 (2011), 2, S. 259–281; Simon Melch, Werner Hofmanns Überlegungen zur Wissenschaftssoziologie der Nationalökonomie, in: Soziologie 43 (2015), 4, S. 426–449.

3 Pahl, Wirtschaftswissenschaften in der Krise, S. 261.

4 Vgl. Melch, Überlegungen zur Wissenschaftssoziologie, S. 437.

5 Georg Vobruba, Kein Gleichgewicht. Die Ökonomie in der Krise, Weinheim / Basel 2012.

6 Vgl. Vobruba, Editorial; Pahl, Wirtschaftswissenschaften in der Krise; ders., Zentrum-Peripherie-Differenzierungen innerhalb der Wirtschaftswissenschaften. Grundriss und erste Befunde eines wissenschaftssoziologischen Forschungsprogramms. Jena 2012, in: Working Paper der DFG-KollegforscherInnengruppe Postwachstumsgesellschaften; ders., Zur Konstellation von Nationalökonomien und Weltmarkt nach 1945. Mechanismen kategorialer Globalisierung in der neoklassischen Wissenschaftskultur am Beispiel der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Luzern 2013, in: Working Paper des Soziologischen Seminars der Universität Luzern.

7 Marion Fourcade, Economists and Societies. Discipline and Profession in the United States, Britain, and France, 1890s to 1990s, Princeton, NJ, 2009.

8 A. W. Coats, The Sociology and Professionalization of Economics. British and American Essays, London 1993; ders., The Sociology of Economics and Scientific Knowledge, and the History of Economic Thought, in: Warren J. Samuels / Jeff Biddle / John B. Davis (Hrsg.), A Companion to the History of Economic Thought, Malden, MA, 2007, S. 507–522.

9 Vgl. als erste Übersicht für den deutschsprachigen Raum Jens Maeße / Hanno Pahl / Jan Sparsam (Hrsg.), Die Innenwelt der Ökonomie. Wissen, Macht und Performativität in der Wirtschaftswissenschaft, Wiesbaden 2016.

10 Vgl. Melch, Überlegungen zur Wissenschaftssoziologie, S.436–437; Michel Callon, What Does It Mean to Say Economics is Performative? in: Donald MacKenzie / Fabian Muniesa / Lucia Siu (Hrsg.), Do Economists Make Markets? On the Performativity of Economics. Princeton, NJ, 2007, S. 311–357.

11 Neil Fligstein, The Transformation of Corporate Control, Cambridge, MA, 1990.

12 Paul Windolf, Was ist Finanzmarktkapitalismus? in: ders. (Hrsg.), Finanzmarkt-Kapitalismus. Sonderheft 45 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Wiesbaden 2005, S. 20–57.

13 Greta R. Krippner, Capitalizing on Crisis. The Political Origins of the Rise of Finance. Cambridge / London 2012.

14 Tony Porter, Globalization and Finance, Cambridge 2005; Oliver Kessler (Hrsg.), Die internationale Politische Ökonomie der Weltfinanzkrise, Wiesbaden 2011.

15 Hajo Holst, Finanzialisierung als ‚Investifizierung‘. Innovationsarbeit und Portfolio-Arbeitsorganisation, in: Zeitschrift für Soziologie 45 (2016), 2 [im Erscheinen].

16 Sum Ngai-Ling / Bob Jessop, Towards a Cultural Political Economy. Putting Culture in its Place in Political Economy, Cheltenham / Northampton 2013.

17 Mary S. Morgan, The World in the Model. How Economists Work and Think, Cambridge 2012.

18 Marcel Boumans, How Economists Model the World into Numbers, London 2005.

19 Verena Halsmayer / Kevin D. Hoover, Solow’s Harrod. Transforming Cyclical Dynamics into a Model of Long-run Growth. In: European Journal of the History of Economic Thought 23 (2016), S. 1–36.

20 Jens Reich, Zwischen Utopie und Heterotopie. Die Welt aus ökonomischer Sicht, in: Sophia Ebert / Johannes Glaeser (Hrsg.), Ökonomische Utopien, Berlin (2015), S. 187–202.

21 Ivan Boldyrev / Alexey Ushakov, Adjusting the Model to Adjust the World: Constructive Mechanisms in Postwar General Equilibrium Theory, in: Journal of Economic Methodology 2015; Pahl / Sparsam, The IS-LMization and the Construction of Hydraulic Governability in Postwar Keynesian Macroeconomics, in: Ivan Boldyrev / Ekaterina Svetlova (Hrsg.), Enacting Dismal Science. New Perspectives on the Performativity of Economics, London 2016 [im Erscheinen].

22 Andreas Langenohl, Die funktionale Beziehung zwischen Finanzmarkt und öffentlichem Diskurs, in: Rainer Diaz-Bone / Gertraude Krell (Hrsg.), Diskurs und Wirtschaft. Diskursanalytische Perspektiven auf Märkte und Organisationen, Wiesbaden 2009, S. 245–266; ders., Die Ausweitung der Subprime-Krise. Finanzmärkte als Deutungsökonomien, in: Oliver Kessler (Hrsg.), Die internationale Politische Ökonomie der Weltfinanzkrise, Wiesbaden 2011, S. 75–98.

23 Karin Knorr Cetina / Urs Bruegger, The Market as an Object of Attachment. Exploring Postsocial Relations in Financial Markets, in: Canadian Journal of Sociology 25 (2000), 2, S. 141–168; Karin Knorr Cetina / Urs Bruegger, Global Microstructures. The Virtual Societies of Financial Markets, in: American Journal of Sociology 107 (2002), 4, S. 905–950; Karin Knorr Cetina / Alex Preda, The Sociology of Financial Markets, Oxford / New York 2004.

24 Jens Maeße, Spectral Performativity. How Economic Expert Discourse Constructs Economic Worlds, in: Economic Sociology. The European Electronic Newsletter 14 (2013), 2, S. 25–31.

25 Oliver Kessler, Die Internationale Politische Ökonomie des Risikos. Eine Analyse am Beispiel der Diskussion um die Reformierung der Finanzmärkte, Wiesbaden 2008; Oliver Kessler / Benjamin Wilhelm, Financialization and the Three Utopias of Shadow Banking, in: Competition & Change 17 (2013), 3, S. 248–264.

26 Leon Wansleben, Wie wird bewertbar, ob ein Staat zu viele Schulden hat? Finanzexperten und ihr Bewertungswissen in der griechischen Schuldenkrise, in: Berliner Journal für Soziologie 21 (2011), 4, S. 495–519; ders., Cultures of Expertise in Global Currency Markets, London / New York 2013.

27 Oliver Kessler, Performativity and the Boundaries of Economic Sociology, in: Current Sociology 55 (2007), 1, S. 110–125; Donald A. MacKenzie / Fabian Muniesa / Lucia Siu (Hrsg.), Do Economists Make Markets? On the Performativity of Economics, Princeton, NJ, 2007; Jens Maeße / Jan Sparsam, Die Performativität der Wirtschaftswissenschaft, in: Andrea Maurer (Hrsg.), Handbuch der Wirtschaftssoziologie, Wiesbaden 2016 [2. Aufl. in Vorbereitung].

28 Pierre Bourdieu, Was heißt sprechen? Zur Ökonomie des sprachlichen Tausches, Wien 2005.

29 Michel Callon (Hrsg.), The Laws of the Markets, Oxford 1998.

30 Donald A. MacKenzie, Is Economics Performative? Option Theory and the Construction of Derivatives Markets, in: Journal of the History of Economic Thought 28 (2006), 1, S. 29–55; ders., Constructing a Market, Performing Theory. The Historical Sociology of a Financial Derivatives Exchange, in: American Journal of Sociology 109 (2003), 1, S. 107–145.

31 Katrin Hirte, ÖkonomInnen in der Finanzkrise. Diskurse, Netzwerke, Initiativen, Marburg 2013.

32 Richard Münch, Die akademische Elite. Zur sozialen Konstruktion wissenschaftlicher Exzellenz, Frankfurt am Main 2007.

33 Pierre Bourdieu, Homo academicus, Frankfurt am Main 1988.

34 Alexander Lenger / Philipp Rhein, Das wirtschaftswissenschaftliche Feld und das Feld der Macht, in: Katrin Hirte / Sebastian Thieme / Walter Otto Ötsch (Hrsg.), Wissen! Welches Wissen? Zu Wahrheit, Theorien und Glauben sowie ökonomischen Theorien, Marburg 2013, S. 319–345.

35 Vgl. aber die für das Forschungsprogramm konstitutiven Befunde zum ökonomischen Feld in Frankreich: Pierre Bourdieu, Die zwei Gesichter der Arbeit. Interdependenzen von Zeit- und Wirtschaftsstrukturen am Beispiel einer Ethnologie der algerischen Übergangsgesellschaft, Konstanz 2000; Pierre Bourdieu et al., Der Einzige und sein Eigenheim. Erweiterte Neuausgabe, Hamburg 2002; Frédéric Lebaron, La dénégation du pouvoir. Le champ des économistes français au milieu des années 1990, in: Actes de la recherche en sciences sociales 119 (1997), S. 3–26; ders., La croyance économique. Les économistes entre science et politique, Paris 2000 ; ders., Economists and the Economic Order. The Field of Economists and the Field of Power in France, in: European Societies 3 (2001), 1, S. 91–110; ders., Dispositions, Social Structures and Economic Practices, in: Edward Fullbrook (Hrsg.), Intersubjectivity in Economics. Agents and Structures, London / New York 2002, S. 231–240.

36 Fourcade, Economists and Societies.

37 Ebd., S. 180f.

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