Gewerkschaftliche Erschließung entlang globaler Wertschöpfungsketten

Umrisse eines deutsch-südafrikanischen Forschungsprojekts

Der Beitrag skizziert Herausforderungen sowie Ansätze transnationaler gewerkschaftlicher Organisierung entlang globaler Wertschöpfungsketten am Beispiel eines gemeinsamen Kooperationsprojekts der IG Metall und der südafrikanischen Metallgewerkschaft, der National Union of Metalworkers of South Africa (NUMSA). Das Projekt wird von der Friedrich-Ebert-Stiftung unterstützt und von einem deutsch-südafrikanischen Forschungsprojekt begleitet, das die Rekonstruktion von Wertschöpfungsketten aus gewerkschaftlicher Perspektive untersucht. Da die Autor_innen der transnationalen Forschergruppe angehören, ist der Text zugleich als Werkstattbericht über die laufende Arbeit sowie als Einladung zum Diskurs zu verstehen.

1. Einleitung: Globale Wertschöpfungsketten als Herausforderung für transnationale Gewerkschaftspolitik

Im Zuge der sich in den letzten Jahrzehnten beschleunigenden sozialen und wirtschaftlichen Globalisierung (Giddens 1995; Beck 1997; Kocka 2013) sehen sich Arbeitnehmer_innen und Gewerkschaften mit einer unternehmerischen Transnationalisierung und einer damit einhergehenden „Entgrenzung“ (Brock/Albert 1995; Gottschall/Voß 2005) ihrer traditionellen sozialen und normativen Referenzrahmen konfrontiert – angesichts der globalen Verflechtung von Produktion und Handel ist von einer Trennung lokaler, regionaler, nationaler und transnationaler Sphären der Arbeit kaum noch auszugehen. Waren noch vor 30 Jahren Produktentwicklung, Montage, Vertrieb und Vermarktung eines Produkts in je einem einzelnen Unternehmen integriert, sind diese Produktionsschritte heute in komplexen Wertschöpfungsketten verwoben, die zu erheblichen Anteilen aus Zulieferern und externen Dienstleistern bestehen.

Diese Ausdifferenzierung der in der Wertschöpfungskette agierenden Akteure ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts der „schlanken Produktion” (lean production): Produktionsprozesse sollen demnach zugunsten einer zunehmenden zeitlichen und räumlichen Flexibilisierung von Arbeit (Bieling/Dörre/Steinhilber/Urban 2001) und einer damit einhergehenden Kostenreduktion verschlankt werden. So haben in der Automobilindustrie die Externalisierung von Produktionsabschnitten und Dienstleistungen (outsourcing) sowie die weltweite Verlagerung von Unternehmensstandorten (offshoring) insbesondere seit den 1990er Jahren deutlich zugenommen (Pries 1999; Meißner 2012; Dörre 2014; Holst/Dörre i. E.). In der Folge kam es neben Arbeitsplatzverlusten und Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen auch zu einem Absinken des Lohnniveaus sowie individueller und kollektiver arbeitsrechtlicher Standards entlang der Wertschöpfungskette.

Denn mit Wertschöpfungsketten wird eine „wettbewerbsgetriebene Landnahme“ durch transnationale Unternehmen (Dörre 2014) vorangetrieben, die mit einem drastischen Anstieg globaler Unternehmensmacht einhergeht (Fichter 2015: 3; Hübner 2015). Transnationale Unternehmen kontrollieren mittlerweile 80% des Welthandels und sind damit dominante Akteure in globalen Wertschöpfungsketten, womit sich der asymmetrische Charakter im Machtverhältnis zwischen Kapital und Arbeit auch auf transnationaler Ebene weiter verhärtet (ebd.). Diese Monopolisierung von Macht in globalen Wertschöpfungsketten ermöglicht es transnationalen Unternehmen – und unter ihnen insbesondere den OEMs (Original Equipment Manufacturers) als den Epizentren transnationaler Unternehmensmacht – Standorte und Arbeitnehmer_innen gegeneinander auszuspielen, unter dem Narrativ der „Wettbewerbsfähigkeit“ unter Druck zu setzen und in Qualitäts- und Effizienzprüfungen zu kontrollieren. Diese „Landnahme“ ist eingebettet in eine durch den Wegfall der bipolaren Blockbildung während des Kalten Krieges noch begünstigte Entwicklung der Finanzialisierung des Kapitalismus (Dörre/Brinkmann 2005) sowie seiner neoliberalen Deregulierung seit den 1970er-Jahren (Streeck 2009, 2013).

Zugleich ermöglichen diese Entwicklungen nicht nur das selektive Umgehen normativer Arbeitsstandards, die mitunter von Unternehmerseite als Handelshemmnisse denunziert werden (Scherrer 2015), sondern sie begünstigen auch die Etablierung von unternehmerischen Machtnetzwerken, in denen transnationale Unternehmen grenzübergreifend Effizienz gesteuerte „Flexibilitätswettbewerbe“ austragen (Dörre 2014). Vor diesem Hintergrund verliert der Betrieb als kohärente arbeitspolitische Einheit auf lokaler wie auf globaler Ebene an Bedeutung (Brinkmann/Nachtwey 2013; vgl. auch Simon 2016); an seine Stelle tritt die „fragmentierte Fabrik“ (Durand 2007), deren ausdifferenziertes Wertschöpfungs- und Organisationssystem der Steuerungslogik globaler Märkte folgt 

Die damit einhergehende Machtsteigerung transnationaler Unternehmen in den von ihnen beherrschten Wertschöpfungsketten (Hübner 2015) und die von ihnen weiter vorangetriebene Deregulierung des Kapitalismus (vgl. Streeck 2013) macht die Notwendigkeit grenzübergreifender solidarischer Organisation und gewerkschaftlicher Kooperation deutlich. Das Phänomen globaler Wertschöpfungsketten verweist auf die Gleichzeitigkeit einer zusammenwachsenden Weltgesellschaft einerseits und der Fragmentierung gewerkschaftlicher Handlungsfähigkeit in genuin nationalen (Denk-)Konstellationen andererseits (in Anlehnung an Habermas 2013).

Angesichts der grundlegenden strukturellen Veränderungen globaler Produktion und der im Gegensatz von transnationaler Unternehmensmacht und nationaler Gewerkschaftspolitik realisierten Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen bedarf es einer Strategie transnational vernetzter Gewerkschaftspolitik entlang von Wertschöpfungsketten. Diese steht bislang allerdings, gerade in Hinblick auf betriebsübergreifende Kooperationen, erst am Anfang. Gleichwohl lassen sich in den letzten Jahren zunehmend Bemühungen einer inter- bzw. transnationalen Gewerkschaftspolitik beobachten (Ganter/Mund/Wannöffel 2010), die auf einen „global turn“ gewerkschaftlicher Strategieausrichtungen zur Erzeugung von transnationaler Gegenmacht hindeuten (vgl. IG Metall 2015; Hübner 2015; Fichter 2015).

Dieser Prozess ist jedoch voraussetzungsvoll, denn transnationale gewerkschaftliche Kooperation bedarf (in etwa) gleich starker Partner, um durchsetzungsfähig zu sein (Pries 2008), Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu ermöglichen und die Wiederholung altbekannter Fehler etwa der Entwicklungspolitik (Stichwort „Gießkannenpolitik“)[1] zu vermeiden. Derart ausgeglichene Kräfteverhältnisse zwischen gewerkschaftlichen Kooperationspartnern sind angesichts mitunter erheblicher Unterschiede in den mehr oder weniger gewerkschaftsfreundlichen nationalen Kontexten eher selten. Zudem spielt transnationale Gewerkschaftspolitik in den überwiegend an den Interessen der eigenen Mitglieder orientierten nationalen Gewerkschaften (Stichwort „Mitgliederlogik“, in Anlehnung an Schmitter/Streeck 1999) oftmals nur eine untergeordnete Rolle – sie muss also vielfach erst auf- und ausgebaut sowie betriebsübergreifend vertieft werden.

2. Ein deutsch-südafrikanisches Gewerkschaftsprojekt zur Stärkung transnationaler Solidarität

Vor diesem Hintergrund haben IG Metall und NUMSA beschlossen, ihre Anstrengungen bei der gewerkschaftlichen Organisation von Wertschöpfungsketten zu intensivieren: Mit einem gemeinsamen, im Frühjahr 2016 angelaufenen Projekt wollen die beiden Gewerkschaften ihren Austausch über Organisierungsstrategien entlang der Wertschöpfungsketten verschiedener deutscher Automobilkonzerne und ihrer Zulieferer verbessern und verstetigen. Dabei standen und stehen beide Gewerkschaften vor ähnlichen Herausforderungen: So ist in der Automobilindustrie in Deutschland eine abnehmende Fertigungstiefe bei den Endherstellern (Hauser-Ditz/Mählmeyer/Pries 2015: 13) sowie ein zunehmender Preisdruck auf die Zulieferer festzustellen (Meißner 2012). In der Folge nehmen insbesondere Werkverträge und das Outsourcing von Arbeitsprozessen auch an den großen Fertigungsstandorten zu, wodurch auf dem Werksgelände und in räumlicher Nähe zu den Stammbelegschaften große Randbelegschaften entstehen. Eine ähnliche Entwicklung ist in Südafrika zu beobachten, wo Produktionsprozesse zunehmend von Endherstellern an Zulieferer und Logistiker mit schlechteren Arbeitsbedingungen und hohen Anteilen an Leiharbeitnehmer_innen sowie von Südafrika in benachbarte Länder des südlichen Afrikas verlagert werden.

Diese „Zwei-Klassen-Gesellschaft von Arbeitnehmern“ (IG Metall 2013) schlägt sich in einer Absenkung von Arbeits- und Beschäftigungsstandards sowie der Tarifbindung und einer Schwächung gewerkschaftlicher Gestaltungsmacht nieder. Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, setzt die IG Metall auf eine Strategie der gewerkschaftlichen Organisierung entlang der Wertschöpfungskette (Wetzel 2011; vgl. auch Ludwig 2014). Eine dem entsprechende Maßnahme wurde auch in Südafrika ergriffen: Vor dem Hintergrund einer Zunahme von Auslagerungen von Produktionsprozessen der Endhersteller an Drittfirmen – ein Prozess, den die Gewerkschaft NUMSA auch als Reaktion der Unternehmen auf die tarifliche Begrenzung von Leiharbeit bei den Endherstellern wertet –, hat innerhalb der südafrikanischen Gewerkschaft ein Strategiewechsel stattgefunden. So hat NUMSA auf dem Gewerkschaftskongress 2013 beschlossen, den Organisationsbereich entlang der Wertschöpfungskette zu erweitern (NUMSA 2013).

Die genannten Entwicklungen verdeutlichen die Notwendigkeit neuer Organisierungsstrategien zur Wiedergewinnung gewerkschaftlicher Einflussmöglichkeiten und Gestaltungsmacht. Daran anschließend nimmt das hier vorgestellte Projekt die transnationale Dimension und mithin die Möglichkeit zur Herstellung grenzüberschreitender Solidarität in den Blick. Folgende Fragen sind dabei zentral: Welche Erfahrungen wurden mit der Organisation von Zulieferern und Logistikern in Wertschöpfungsketten bislang gemacht? Was sind besondere (auch kontextabhängige beziehungsweise länderspezifische) Herausforderungen und Hürden in diesem Prozess, und wie könnten sie überwunden werden? Welche Organisationsstrategien haben sich als hilfreich herausgestellt? Und schließlich: Wie kann transnationale gewerkschaftliche Solidarität in diesem Prozess gestärkt werden?

Im Laufe des Projekts sollen drei grundlegende Ziele realisiert werden: Erstens wird damit begonnen, konkrete firmenbezogene Netzwerke aufzubauen. Zweitens soll das Projekt zur Gewinnung von ehrenamtlichen Nachwuchskräften und damit zum „Aktivenaufbau“ beitragen. Drittens dient das Projekt einer Stärkung der transnationalen Kooperation zwischen den beiden Gewerkschaften. Als erster Schritt zur Umsetzung des Projekts hat ein Workshop mit Betriebsräten und Vertrauensleuten beider Gewerkschaften im Mai 2017 in Südafrika stattgefunden, in dem die Notwendigkeit einer zu verstetigenden transnationalen Kooperation betont und Möglichkeiten zu deren Umsetzung diskutiert wurden.  Eine gemeinsame Auswertung der Ergebnisse von Seiten der beteiligten Gewerkschaften und des wissenschaftlichen Begleitteams werden in einem nächsten Schritt vorgenommen.

3. Sozialwissenschaftliche Begleitforschung zur gewerkschaftlichen Erschließung transnationaler Wertschöpfungsketten

Die gewerkschaftliche Initiative wird durch eine vergleichende Pilotstudie zu deutschen und südafrikanischen Wertschöpfungsketten deutscher Automobilhersteller und ihrer Zulieferer begleitet, die von einem deutsch-südafrikanischen Forscher_innenteam erstellt wird.[2] Das gemeinsame Forschungsprojekt soll zunächst dazu dienen, ein wechselseitiges Verständnis der Struktur nationaler Wertschöpfungsketten sowie der Problematik ihrer gewerkschaftlichen Erschließung zu gewinnen, um so die Voraussetzung für mögliche transnationale Kampagnen und Organizing-Strategien zu schaffen. In einer empirisch vergleichenden Perspektive wird dabei die Struktur der nationalen Wertschöpfungsketten deutscher Automobilhersteller und ihrer Zulieferer empirisch untersucht.

Dazu wird ein Mapping der Wertschöpfungskette Automobil ausgehend von ausgewählten deutschen Endherstellern und ihrer deutscher Zulieferbetriebe anhand von Dokumentenanalysen sowie leitfadengestützter Interviews mit Betriebsräten und Gewerkschaftsvertretern vorgenommen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem vertikalen Mapping, um auf diese Weise die Verbindungen und Hierarchien innerhalb von Wertschöpfungsketten rekonstruieren zu können. Das horizontale Mapping wiederum erlaubt einen Vergleich von Arbeits- und Lebensbedingungen von Beschäftigtengruppen (vgl. Webster/Bischoff 2011).

Da die Untersuchung in Deutschland und Südafrika parallel vorgenommen wird, kann die Struktur der Wertschöpfungskette der ausgewählten Endhersteller in einer transnationalen Perspektive verglichen werden. Als Arbeitshypothese wird angenommen, dass sich diese Strukturen bei den Zulieferern erster Ebene (1st tier supplier) in beiden Ländern ähneln. Sollte sich diese Arbeitshypothese bestätigen, würde das Befunde erhärten, die davon ausgehen, dass bei den Zulieferern global agierende Unternehmen dominieren (vgl. Sturgeon/Van Biesebroeck 2011). An die Rekonstruktion der Wertschöpfungskette schließen sich exemplarische Fallstudien zu ausgewählten Betrieben in der Automobilzulieferindustrie in Südafrika und Deutschland an. Neben der Stellung der Zulieferer innerhalb der Wertschöpfungskette Automobil sowie der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen, werden Herausforderungen und Strategien gewerkschaftlicher Organisierung in den Blick genommen.

4. Fazit

Transnationale Gewerkschaftspolitik kann einen Beitrag zur Stärkung gewerkschaftlicher Handlungsmacht leisten, indem sie darauf abzielt, Unterbietungskonkurrenz und den Wettbewerb zwischen Produktionsstandorten und Belegschaften zu verringern und faire Arbeitsbedingungen im In- wie im Ausland zu verteidigen beziehungsweise zu erkämpfen. Ein besseres Verständnis der komplexen und undurchsichtigen Struktur von Wertschöpfungsketten und ihrer Auswirkungen auf die finanzielle und rechtliche Situation von Arbeitnehmer_innen ist hierfür eine wichtige Voraussetzung. Zudem können länderübergreifende Gewerkschaftskooperationen Druck in transnationalen Kampagnen aufbauen (McCallum 2013) oder die Abhängigkeiten von Just-in-Time-Produktionsprozessen zum Aufbau von Gegenmacht nutzen (Herod 2015, 2000).

Trotz solcher schon vorhandenen Möglichkeiten des gewerkschaftlichen Widerstandes bleibt das Herstellen transnationaler Solidarität entlang von Wertschöpfungsketten ein voraussetzungsvoller Prozess. Bei der Kooperation zwischen IG Metall und NUMSA kann sich als hilfreich erweisen, dass zwischen beiden Gewerkschaften eine langjährige Kooperation besteht, die bis in die Zeit der Apartheid zurückreicht (IG Metall 1988, siehe auch Seeliger 2016). Der Erfolg weiterer Kooperationen ist jedoch nicht zuletzt von den unmittelbaren Interessen und Interaktionen zwischen den Belegschaften der beteiligten Betriebe und Unternehmen abhängig.

Die Chance einer sozialwissenschaftlichen Begleitforschung zu einem aktuellen transnationalen Gewerkschaftsprojekt besteht ferner darin, einen praxisnahen Beitrag zu einem sowohl gewerkschaftspolitisch als auch wissenschaftlich wichtiger werdenden, von Entgrenzung und Deregulierung geprägten und damit globalen Politikfeld zu leisten.

 

Literatur

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Brock, Lothar/Albert, Mathias, Entgrenzung der Staatenwelt. Zur Analyse weltgesellschaftlicher Entwicklungstendenzen, in: Zeitschrift für Internationale Beziehungen 2 (1995), 2, S. 259–286.

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Wetzel, Detlef, Wir wollen das Lohndumping nicht weiter voranschreiten lassen (Interview), in: Hans-Böckler-Stiftung, Magazin Mitbestimmung 11 (2011), S. 30–31.

Fußnoten

[1] Die entwicklungspolitische Praxis Deutschlands sah bis zum Ende der 1990er Jahre vor, möglichst viele Entwicklungsländer monetär zu unterstützen. Diese  undifferenzierende – und damit abstrakte, weil distanzierte – Förderung lässt  sich als „Gießkannenpolitik“ bezeichnen. Ihr gegenüber steht eine stärker konzentrierte, etwa an bestimmte Projekte gebundene Kooperation, die zugleich das Abhängigkeitsrisiko eines Kooperationspartners vom anderen durch Stärkung seiner Eigenständigkeit mindern soll.

[2] Die Forscher_innengruppe besteht auf deutscher Seite aus den Autor_innen des vorliegenden Beitrags sowie aus zwei südafrikanischen Kolleg_innen der Forschungsabteilung von NUMSA, Melanie Roy und Sharon Nembaleni.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Karsten Malowitz.